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Eine demokratische Instanz: 16 deutsche Stiftungen starten eigenen Server auf Mastodon

Als eine von ingesamt 16 Stiftungen haben wir als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS anlässlich des Tags der Pressefreiheit im Mai 2026 den Mastodon-Server „stiftungen.social – Eine demokratische Instanz“ mitgestartet. Damit engagieren wir uns als Stiftungsverbund für eine offene Informationsinfrastruktur in der digitalen Kommunikation, die frei von Algorithmen ist und auf einer europäischen Open-Source-Technologie basiert. Die Stiftungen verfolgen mit dem neuen Server die sogenannte „Plus 1-Strategie“, um sich in der Social-Media-Kommunikation unabhängiger von großen Tech-Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok zu machen. Hinter einer solchen Strategie steht die Praxis, dass jede Stiftung zusätzlich zu ihren bisherigen Auftritten mindestens einen Account auf einer unabhängigen Plattform betreibt, um die Kommunikation zu diversifizieren.

Sech Stiftungen initiieren den Server, weitere Organisationen beteiligt

Der Server „stiftungen.social“ wurde eingerichtet von uns als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, der Rudolf Augstein Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Gemeinnützige Hertie-Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und der VolkswagenStiftung. Der Stiftungs-Server auf Mastodon wurde von der gemeinnützigen Organisation Save Social – Networks For Democracy gemeinsam mit den initiierenden Stiftungen entwickelt und umgesetzt.

Zudem starten ab Anfang Mai die Allianz Foundation, Bertelsmann Stiftung, Deutsche Nationalstiftung, Karg-Stiftung, Körber-Stiftung, Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, Michael Otto Foundation for Sustainability, Schöpflin Stiftung, taz panterstiftung und Carl-Zeiss-Stiftung auf „stiftungen.social“.

Dezentrale Struktur stärkt digitale Souveränität, Gemeinschaft und Selbstbestimmung

Mastodon ist ein dezentrales soziales Netzwerk, das Menschen über unabhängige, miteinander verbundene Server vernetzt. Es ermöglicht das Teilen von kurzen Beiträgen, Diskussionen und Medien in einer offenen und vielfältigen digitalen Öffentlichkeit. Durch seine dezentrale Struktur aus vielen miteinander verbundenen Servern stärkt Mastodon digitale Souveränität, Gemeinschaften und eine selbstbestimmte Online-Kommunikation. „stiftungen.social“ ist hier die neue Heimat der Stiftungen im Netzwerk. Die beteiligten Stiftungen können über die Plattform mit rund 15 Millionen Nutzenden weltweit über ihre Arbeit kommunizieren. „stiftungen.social“ steht dabei als Absenderadresse für die Qualität und Authentizität der Botschaften und ist gleichzeitig Anlaufstelle für den Dialog mit einer wachsenden Community. Der Server ist offen für weitere Stiftungen, die auf dem Boden der demokratischen Grundordnung im deutschsprachigen Raum aktiv sind.

„In den Netzwerken US-amerikanischer und chinesischer Konzerne nehmen Hass, Hetze und Desinformation massiv zu. Die Plattformen entziehen sich zudem ihrer Verantwortung und einer Regulierung“, begründet der Initiatorenkreis das neue Engagement. „Dadurch wird das Vertrauen in Informationen untergraben und gesellschaftliche Debatten werden durch Algorithmen verzerrt. Mit ‚stiftungen.social‘ setzen wir ein deutliches Zeichen für unabhängige soziale Netzwerke und stärken neue unabhängige digitale Räume“.

Im Rahmen des 2MR-Festivals, das in der Bucerius Law School in Hamburg demokratiestärkende soziale Medien in den Mittelpunkt stellte, wurde das Projekt erstmals vorgestellt.

Hier finden sich alle Accounts auf „stiftungen.social“

„Es ist ein wichtiges Signal, dass große deutsche Stiftungen einen eigenen Mastodon-Server starten“, sagt auch Felix Hlatky, Direktor von Mastodon. „Sie beteiligen sich damit aktiv am Aufbau und am Betrieb einer unabhängigen Informationsinfrastruktur, die unsere Demokratien dringend benötigen. Wir freuen uns sehr darüber, dass die starken Inhalte der Stiftungen künftig das weltweite Mastodon-Netzwerk bereichern.“

 

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