Die gegenwärtige Polykrise, tiefgreifende technologische Umbrüche und wachsende autoritäre Tendenzen verändern die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft. Wissenschaftliche Expertise ist wichtiger denn je, zugleich aber anfälliger für Instrumentalisierung, Desinformation, politische Einflussnahme und gezielte Diskreditierung. Um angefeindeten und bedrohten Wissenschaftler:innen sowie wissenschaftlichen Institutionen Unterstützung, Schutz und Orientierung zu bieten, haben die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die Klaus Tschira Stiftung 2024 die Projektreihe „Expertise unter Druck – Orientierung und Schutz für Wissenschaftler:innen in der Öffentlichkeit“ initiiert. Das Engagement der Stiftungen soll die Hürden für Wissenschaftler:innen verringern, sich an öffentlichen Auseinandersetzungen zu beteiligen und den Austausch zwischen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft stärken.
Das Projekt setzt sich nicht nur für den individuellen Schutz der Expert:innen ein, sondern hat auch das langfristige Ziel, den Aufbau von unterstützenden Strukturen zu begleiten. Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS bekräftigt mit diesem Vorhaben ihr Engagement für eine liberale Zivilgesellschaft, den demokratischen Diskurs und die Wissenschaftsfreiheit. Die Initiative bietet Wissenschaftler:innen eine Plattform, um sich trotz der zunehmenden Übergriffe aktiv in die öffentliche Debatte einzubringen. Sie setzt ein klares Zeichen für den Erhalt von Freiräumen für Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation. Das Herzstück ist jedes Jahr ein interaktives Symposium aus Workshops und Panel-Talks, das die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS in Kooperation mit der Klaus Tschira Stiftung und der Anlaufstelle Scicomm-Support an der Bucerius Law School in Hamburg organisiert.
Neues Symposium im Juni 2026
Am 11. Juni 2026 findet die dritte Ausgabe des Symposiums mit dem Fokus auf „Wissenschaft in Zeiten von Politisierung und Polarisierung“ statt. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie belastbar ist der verfassungsrechtliche Schutz der Wissenschaftsfreiheit? Welche Rolle spielt Wissenschaft in einer wehrhaften Demokratie? Welche Forschungsfelder stehen besonders im Visier politischer Einflussnamen und Angriffe? Und wie können Wissenschaft, Journalismus, Justiz und Zivilgesellschaft gemeinsam eine faktenbasierte Öffentlichkeit stärken?
Die bisherigen Symposien 2024 (Nachbericht HIER; Abschlussdiskussion HIER) und 2025 (Nachbericht: HIER und Debatte „Akademische Redefreiheit […]“: HIER) haben verdeutlicht, dass Wissenschaft nur dort wirksam sein kann, wo Forschende kritisch und unabhängig arbeiten können, ohne politischen Druck oder persönliche Diffamierungen fürchten zu müssen. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien kamen zusammen, um sich über veränderte Bedingungen von Wissenschaftskommunikation auszutauschen. Im Vorfeld des zweiten Symposiums wurden Workshops und Arbeitsgruppen zu Fragen des Rechts und der Kommunikation einberufen.
Ansprechpartnerin: Dr. Anna Hofmann, Bereichsleiterin Wissenschaft und Forschung, hofmann@zeit-stiftung